Wie es begann
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Bhimkhori-Amalbas

    

    - Bildung fördern -


 

 

Cologne - Guesthouse

-helfen durch Urlaub -

 

sowie

 
Maßnahmen zum Wohle der Familien in Bhimkhori
 
 
von links: Shyam, Mandhojs Sohn, Mandhojs Tamang, Dieter Schaldach

 


Wie es begann

(Seiten mit Hintergrundmusik)

 

Nepal sehen, von dem mein Freund Karl Werker immer so schwärmte, ja, das wollte ich einmal. Und die mir damals von ihm gezeigten Schwarz/Weiß-Filme trugen auch noch dazu bei, das Land in einem mystischen Nebel mit der Verheißung unzähliger Abenteuer zu sehen. Aber das es einmal wahr werden könnte, glaubte ich anfangs eigentlich nicht. Da waren nicht nur viele Kilometer Luftlinie, sondern für meine damaligen Verhältnisse auch etliche D-Mark dazwischen.

 

 

Doch dann im Jahr 1994 war es so weit. Jetzt sollte das große Abenteuer wirklich wahr werden. Und nach einem unendlich lang erscheinenden Flug, voll von innerer Anspannung, entstieg ich  mit Karl dem Flugzeug auf dem Flughafen von Kathmandu. 

 

Den ersten Nepalesen sollte ich auch alsbald kennen lernen. Es war der Helfer, von dem Karl begeistert erzählte, weil man sich voll auf ihn verlassen konnte, weil er mehr als nur ein Helfer beim Trekking in den hohen Bergen war und weil seine liebenswerte Ausstrahlung sofort begeisterte. Dieser liebe Freund wartete vor dem Flughafen auf uns und winkte schon von weitem:

 

 

Mandhojs

 

So begann unsere Freundschaft.    


Mandhojs ist so eine Art Selfmademan. Mit einfacher Schulbildung, aber einem unstillbaren Bildungshunger brachte sich dieser 1959 geborene Bauernsohn Englisch bei und neben seiner Tätigkeit als Farmer führte er zahlreiche Gruppen hinauf in die Berge der geliebten Heimat. Durch seine in verschiedenen Agenturen in Kathmandu abgeleistete Ausbildung zum Guide erwarb er sich gutes Ansehen, und bei einem Gang durch Kathmandu stellt man schnell fest, wie viele Freunde er hat, die ihn im Vorbeigehen begrüßen und einen Smalltalk mit ihm halten.
So blieb es nicht bei dieser einen Trekking -Tour mit Karl und Mandhojs. Der Virus Nepal packte mich in rasantem Tempo. Die Herzlichkeit dieses Volkes und das schöne Gefühl hier gut aufgehoben zu sein, waren überwältigend.

Jeweils mit einer großen Crew von Trägern und einer kompletten Küchenmannschaft schlugen wir uns mehrmals hin zu den wunderschönen Zielen. So überquerten wir den Salpa-Pass, den vereisten Ampu Laptsa, wagten uns auf dem Mera bis auf 6000m hoch und bewältigten ewig lange Geröllberge, grüne, nass, glitschige Dschungel. Wir verirrten uns nachts im Hochgebirge und einmal ganz dramatisch bei Nebel im Bereich des Annapurna. Wir überquerten zahlreiche, gefährliche Flüsse auf wackligen Brücken oder vereisten Brettern. Und trotz teils großer Strapazen - nachts oft im eiskalten Zelt - genossen wir diese Abenteuer. Und auch die Blicke aus den kleinen Flugzeugen auf immergrüne Terassenfelder und die vielen menschlichen Begegnungen entschädigten für Vieles. Lebhaft erinnere ich mich an einen Sängerwettstreit auf einer Hochgebirgswiese den unsere Crew mit den Portern einer anderen Reisegruppe austrug als sie bei völliger Dunkelheit, über uns aber der herrliche Sternenhimmel des Himalaya, mein nepalesisches Lieblingslied "Resham Firiri", was auch auf dieser Seite im Hintergrund läuft, sangen. Mandhojs gab mir dazu die Übersetzung dieses Liebesliedes.  Es gab nichts, was unser Freund Mandhojs nicht versuchte möglich zu machen. Auch wenn er einige Male zu voreilig sagte "yes, it´s possible, Sir" - das "Sir" musste ich ihm mühselig abgewöhnen - und wir eigentlich ahnen mussten, dass es so, wie gedacht nicht klappen würde, konnten wir ihm nichts übel nehmen (siehe auch unter Show/Links/Impressum die Bilderschow unserer Reise nach Tibet und zum Annapurna - das Laden kann ein wenig Zeit beanspruchen).

 

 

 

 

Wie es weiterging

 


 

Im Jahr 2006 wechselte ich dann meinen Reisepartner. Karl-Josef Werker, mit dem ich immer sehr gerne unterwegs war, hatte nun andere Ziele im Auge. So fuhr meine Frau Gisela mit und ich war bemüht, ihr den Einstieg so schonend als möglich zu gestalten um sie nicht zu verschrecken. So sah ich, indem ich es meiner Frau zeigen wollte, plötzlich selbst noch viel mehr von dem wunderschönen Kathmandu-Tal. Ich nahm wesentlich mehr auf, weil wir nun von Kathmandu aus alles unternahmen, viel durch die Straßen und Dörfer streiften, Spaß hatten, aber auch viel Elend sahen. Gegenüber früheren Exkursionen konnte ich jetzt, durch den Blickwinkel meiner Frau viele Dinge anders sehen und erkennen. Nun waren wir hautnah an der Bevölkerung dran und erlebten so auch das wunderschöne Dashain-Fest. Feste haben die Nepalesen sehr viele (wohl die meisten auf der Welt) und entsprechend ausgiebig zelebrieren sie diese.

Was wir aber auch nach einem Ausflug ins Annapurna-Gebiet wo wir Spenden an eine Schule übergaben kennenlernten, war die Familie von Mandhojs in Bhimkhori im Mahabharat-Gebirge. Dahin fuhren wir mit dem Bus - natürlich mit dem allgemeinen und nicht mit dem Touristenbus - denn nur so ist man nahe am Volk. Vorbei ging es an den schönen alten Königsstädten bis Banepa. Nach einem Umsteigehalt fuhren wir dann wieder mit einem Bus bis Mamti, einer kleinen Siedlung entlang der Straße hinter dem Roshi-Khola. Dahinter lag bergauf ein großes Geröllfeld mit kleinen Flussdurchläufen. Hier hält der Bus einige Male am Tag und von dort aus begann, nach einer Tasse Tee unter den neugierigen Augen zahlreicher Kinder und Erwachsener im Dorf der Aufstieg zu Mandhojs Farm. Und wir waren begeistert von der wunderschönen Landschaft, von dem Tal, das wir mit jedem Höhenmeter weiter unter uns ließen und den lieben Menschen, die uns immer irgendwie helfen wollten. Hier gefiel es uns und ich erzählte Mandhojs, dass es bei uns Urlaub auf dem Bauernhof gibt und die Bauern sich damit etwas hinzuverdienen. Irgendwie fand er das interessant, aber bei diesen Gedanken blieb es auch. Nach der herzliche Begrüßung bei Mandhojs Familie tat uns der Abschied schon etwas weh, und eigentlich bedauerten wir es, hier nicht länger bleiben zu können.

 

 

 

 

Mandhojs Schicksalsschlag

 

 

 

Wie immer schrieben wir uns nach unserer Rückkehr nach Deutschland häufig Mails und ich ahnte nicht, was auf unsere Freundschaft zukommen sollte, als mich am 3. Mai 2007, unter Mandhojs Mail-Absender der Brief seines Sohnes Shyam erreichte, der mir mitteilte, dass Mandhojs mit beidseitigem Nierenversagen im Krankenhaus lag und an ein Überleben nicht zu denken war. Seine letzten Zeilen waren:

 
"My father said this is my last mail from life of Mandhojs .Please uncle this message also sent to the MR. karl and his family."

Das war ein Schock und die Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich überlegte, was man machen könnte - eine Krankenversicherung gibt es dort nicht und gute Krankenhäuser werden privat organisiert. Hilfe musste schnellstens erfolgen denn Mandhojs ging es von Tag zu Tag schlechter. Nach weiteren Mails mit Shyam stellte sich heraus, dass die einzige Chance eine Nierentransplantation in Indien wäre. Dafür hatte sich Mandhojs Familie von überall Geld geborgt. Gleichzeitig fing ich hier an Spenden zu sammeln, wobei mich auch meine Frau und Karl unterstützten und viele Spender im Verwandten-, Freundes- und Kollegenkreis auftaten. Dazu kam von mir noch ein 500€ - Gewinn, den ich bei einem Radioquiz  einer Kölner Bank bei Radio Köln gewann. Ich glaube auch heute noch, dass es nur mein fester Wille war, dieses Geld Mandhojs zu spenden falls ich gewinne, der mich schließlich zum Gewinner gemacht hat. Ganz zum Schluss lernte ich über meinen Sohn noch einen Geschäftsführer der Mayerschen Buchhandlung kennen, der mir obwohl selbst Nepal-Unterstützer und Vorsitzender der Nepal-Hilfe Aachen, zwar kein Geld dafür aber Nepal-Kalender zum Selbstkostenpreis geben konnte, so dass durch den Verkauf zum regulären Preis noch gut Geld eingenommen wurde.

Unter diesen guten Voraussetzungen und in dem Glauben, dass alles wieder gut wird, hat Mandhojs  die Operation gut überstanden und nach längerer Schonung zu seinem alten Leben zurück gefunden. Durch unsere Spendensammlung wurde die Familie dann auch wieder schuldenfrei.

 
 
 

Neues Problem und Lösungen
 
Schon bald stellte sich aber heraus, dass er den anstrengenden Job als Guide nicht mehr so wie früher ausüben konnte und er deshalb den Unterhalt für die Familie (von 7 Kindern wohnen 3 Mädchen noch zu Hause und Shyam, als zweitältester Sohn, studiert  mit meiner finanziellen Unterstützung in Kathmandu, wo er meist auch wohnt) nicht mehr, wie nötig, aufbringen konnte. Der Verkauf der Milch des Hofes bringt nicht so viel ein, dass er allen Kindern die beabsichtigten, guten Startchancen geben kann.

 

Nun erwachte in mir mein alter Gedanke vom Urlaub auf dem Bauernhof und Mandhojs war begeistert. So konnte er zu Hause bleiben, trotzdem Geld verdienen und eine ihn ausfüllende Tätigkeit ausführen. Aber das Problem war, wo sollten Gäste unterkommen, denn der vorhandene Platz reicht nicht aus. Nach reiflicher Überlegung fragte ich schließlich an, was man für ein Haus dort bezahlen muss und dann opferte ich meine Ersparnisse, unsere Steuer- und sonstigen Erstattungen und gab Mitte Januar 2008 schnellstens das Startsignal für unser "Nepali-House", denn der Monsun der üblicherweise im Juni richtig beginnt sollte nicht der Feind unserer Arbeiten werden.

 

Nun Anfang September 2008 kann ich feststellen, dass das Haus weitestgehend fertig ist und wir schon an die Einrichtung denken. Gott sei Dank haben wir die Hauptaufgaben geschafft als der Monsun noch nicht so stark war, die Arbeiten am separaten "Toilet- and Showerhaus" wurden aber doch sehr beeinträchtigt, sind aber ebenfalls abgeschlossen und die letzten Installationen sind in Arbeit. Mandhojs hat durch seine tatkräftige Hilfe und sein Organisationsvermögen kräftig an der Fertigstellung mitgearbeitet und gleichzeitig arbeite ich daran möglichst viele Menschen für einen Urlaub in der Mahabharat-Range zu begeistern. Das Haus, dessen Erlöse gemäß unserer Vereinbarung Mandhojs Familie gehören, soll nicht nur Mandhojs Einkünfte und dadurch die Ausbildung seiner Kinder sichern, sondern dem ganzen Dorf Bhimkhori, einem Ort im Bezirk  Kavre Aufschwung und weitere Einkünfte bringen. Geplant ist auch, dass wir der Schule helfen und dort die Ausbildung fördern wollen.

Das Interesse an unserer Lebensweise und Kultur ist im Ort bereits sehr groß geworden und auch die Schule ist an Projekten interessiert (siehe hierzu auch unter Spenden).

Und bei der wunderschönen Lage hier, mit dem großartigen Blick Richtung Osten ins Tal, wo einen nicht der Wecker, sondern noch die Sonne weckt und den vielfältigen touristischen Möglichkeiten und Herausforderungen, eingebunden in die Gemeinschaft des Ortes, ist es einfach schön zu wohnen.

 

 

 

Bitte

 

 


helfen auch Sie mit, Nepal eine weitere Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.  Was kann es Schöneres geben, als "mit Urlaub machen" helfen zu können. Wecken Sie die Neugier auf ein besonderes Volk und neue Begegnungen in sich. Erleben Sie ein blühendes Land mit ungeheurer Artenvielfalt im Frühling und die Schönheit gigantischer Berge im Herbst. Sie werden es sicher nicht bereuen. Kommen Sie in unser "Nepal Guesthouse" und nehmen Sie dieses mystische Land in sich auf. Durch Ihren Aufenthalt schaffen Sie Arbeitsplätze und sichern damit den Unterhalt von Familien, Sie unterstützen die Bildung und damit die beruflichen Chancen von Menschen und Sie mildern Einzelschicksale. 

 

 

 

Zweckgebundene Spenden sind gerne gesehen. Die Verwendung wird nicht nur zu 100% für diese Zwecke ausgegeben sondern Ihnen gegenüber auch dokumentiert. Nehmen Sie dazu bitte mit mir Kontakt auf.

 

Wir Nepalfreunde sind schon ein seltsamer Menschenschlag, und deshalb glaube ich an den Erfolg dieses Projektes.

 

Schauen Sie bald mal wieder auf diese Seiten. Ich bin bemüht, Sie textlich auf dem neuesten Stand zu halten und auch neue Bilder einzustellen. Ich würde mich auch sehr über Ihren Gästebuch-Eintrag und Anregungen über Kontakte freuen.


Namaste


 

Dieter Schaldach